Vor 10 Jahren begann die reformierte Kirche, integrationswilligen Personen aus Buchs-Rohr eine Chance für den Einstieg ins Berufsleben zu geben. Es wurden Anstellungen mit kleinem Pensum im Bereich Reinigung geschaffen. Nach dem zeitlich begrenzten Einsatz von rund einem Jahr erhielten die Personen ein Arbeitszeugnis, das ihnen den Einstieg in die Schweizer Berufswelt erleichtert.
Auch für die Kirchgemeinde brachte dieses erfolgreiche Programm viel. Das gegenseitige Verständnis wuchs. Es konnten zudem viele Fragen zu unserer Kultur und unserer Kirche beantwortet werden. Die in unserem Alltag gelebte Integration ist ein wichtiger Baustein für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.
Am 18. November 2025 durfte im Kirchgemeindehaus das Jubiläum gefeiert werden. Eingeladen waren alle migrierten Menschen mit ihren Familien, die in einer kürzeren oder längeren Anstellung in der Kirchgemeinde gearbeitet haben. So kam eine fröhliche Gästeschar aus der Türkei, Afghanistan, Eritrea, Syrien und Ägypten zum Abend. Sie wurde mit türkischer Musik der Gruppe Süleyiman Bey und einem mediterranen Buffet begrüsst und verwöhnt. Die Kinder hatten Gelegenheit zum Spielen und Basteln. Der Kern des Abends war ein Interview auf der Bühne. Pfarrerin Katharina Zimmermann Zingg führte mit zwölf Beteiligten je ein kurzes Gespräch.
Alle Interviewten erzählten dankbar, dass sie ihre Arbeitsstelle im Kirchenteam sehr geschätzt haben. Sie konnten durch die vielen Gespräche bei der Arbeit und in der Kaffeepause ihr Deutsch verbessern und anwenden. Alle fühlten sich sehr willkommen. Die Freundlichkeit und Wertschätzung des Kirchenteams waren wichtig und motivierten sie. Es sei auch oft gelacht worden.
Das Integrationsprogramm war von grossem Nutzen. Es konnten Kontakte zu Schweizern und anderen Migrantinnen und Migranten geknüpft werden. Es wurde berichtet, dass es schön sei, auch die eigene Kultur erklären und vermitteln zu dürfen und angehört zu werden.
Zur Frage, wie ihr Alltag nun aussähe, berichten alle von ihren familiären und beruflichen Arbeiten: dies sind Anstellungen in der Wäscherei, Reinigung, Pflege, Assistenzen im pädagogischen Bereich, als Asylbetreuer-/Beraterin und als Gebäudetechnikplaner.
Zum Integrationsprogramm der reformierten Kirche fanden die Menschen über HEKS, Caritas, dem Kreativ-Kaffee der Gemeinde, dem Muki-Deutsch und Mund-zu-Mund-Werbung.
In ihren Heimatländern hatten sie Berufe gelernt, die sie hier nicht einfach so ausüben können. Der Weg zu einem Arbeitsvertrag ist lang und steinig.
Es war beeindruckend, zu sehen, wie die Menschen an Selbstsicherheit gewinnen konnten und den Mut hatten, auf der Bühne auf Deutsch zu berichten. Sie sind alle stolz auf ihre Kinder, die hier in der Schweiz Fuss fassen, an unseren Schulen motiviert lernen, erfolgreich einen Beruf lernen können und Arbeit finden. Die Eltern sind durch ihre Integrationsbemühungen ein Vorbild für ihre Kinder, was an diesem Jubiläumsabend spürbar wurde.
Reformierte Kirche Buchs-Rohr /Foto zVg


