Es war wieder so weit: schweizweit und alle zwei Jahre fand die «Lange Nacht der Kirchen» auch bei uns statt. Zusammen mit der katholischen Kirche Buchs haben wir in der reformierten Kirche in Buchs einen wunderbaren Abend erlebt.
Angekündigt wurde er mit Fahnen von den Kirchtürmen und verbindenden Lichtertüten auf dem Weg von einer Kirche zur andern.
Zu Beginn um 17.00 konnte man eine interessante Führung der reformierten Orgel durch die Organistin Elisabeth Waldmeier besuchen. Da die Holzverschalung geöffnet war, konnte man buchstäblich Einblick in die Orgel bekommen und die Vielfalt der Orgelpfeifen sehen und hören. Wie ein Disc-Jockey kann die Organistin die verschiedenen Register ziehen und kombinieren und der Orgel so immer wieder neue Klänge entlocken.
Während den nächsten 90 Minuten kamen neun Klavierschüler-/innen zum Zug. Sie hatten sich mit ihren Klavierlehrerinnen bestens vorbereitet und kamen mit einem passenden Stück, um es erstmals auf der Orgel ausprobieren zu dürfen. Auch vierhändig und auswendig wurde gespielt. Die Kinder waren beeindruckt, dass ein ganz anderer Klang durch ihre Hände hervorgezaubert wurde. Nicht ganz einfach war die Umstellung des Anschlages und auch dass die Hände auf zwei verschiedenen Manualen zu liegen kamen. Die Pedale konnten zwar noch nicht mit den Füssen erreicht werden. Aber unsere Organistinnen Sibylle Ehrismann und Elisabeth Waldmeier assistierten und so kam der volle Klang auch mit einer Bassstimme gut zur Geltung. Die Kinder wurden durch die Organistinnen angeleitet. Man spürte die Ernsthaftigkeit und Freude auch beim Zuhören, teils auf der Orgelempore, teils im Kirchenschiff.
Währenddessen wurde der Kirchenplatz vor der katholischen Kirche schön hergerichtet und war mit Wetterglück bereit für Grill & Chill. Man durfte Würste braten und Bier vom Fass wurde von der Kirche offeriert. Die Eritreische Orthodoxe Trinitatisgemeinde, welche auch Gastrecht in unseren Kirchen hat, kochte und servierte an einer Essenstheke ein leckeres eritreisches Essen.
Noch vor dem Essen begannen die wissensdurstigen Besucherinnen und Besucher mit dem Kirchenquiz. Dabei bekamen alle ein kleines Heftchen mit Fragen zu verschiedenen Stationen in beiden Kirchen. In grosser Arbeit wurden zu den wichtigsten Elementen der Kirchen Texte verfasst. Las man diese aufmerksam, dann lernte man sehr viel über den Glauben, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Konfessionen und über Kunstgeschichte. Die Antworten ergaben ein Lösungswort und dieses wurde mit einer Süssigkeit belohnt.
Fast hundert Menschen strömten auf den katholischen Kirchenplatz, um der Tanzvorführung der Mädchengruppe «Round About» beizuwohnen. Die Mutigen tanzten auch beim «Macarena» mit. Die Gruppe darf jeweils in den Räumen der reformierten Kirche üben und die Leitung wird vom Blauen Kreuz angestellt. Die Vorstellung animiert vielleicht auch das eine oder andere Mädchen von 12-20 Jahren zum zukünftigen Mitmachen.
Nun wurde mit dem Eindunkeln die Stimmung erwartungsvoll gespannt. Um 21.00 Uhr fanden sich wieder 50 Besucher-/innen in der reformierten Kirche ein, um die Chance zu packen, den Stummfilm von Buster Keaton «Sieben Chancen» zu sehen und zu hören. Da der Film tonlos ist und lediglich Texteinschübe die Handlung verdeutlichen, kam der geniale Pianist Johannes Fankhauser zum Zug. Er begleitete den Film mit warmem und perlendem Spiel auf dem Flügel. Wir waren fasziniert von dem grossartigen Improvisationsspiel des Künstlers. Zu den einzelnen Szenen fielen ihm immer neue Volksweisen oder Hits ein. So wurden Bilder wie Frühling, Pferd, Uhren, Zeit, Geld mit passenden Melodien untermalt. Diese wurden jedoch manchmal nur angedeutet und sofort variiert und mit Übergängen zur nächsten Idee geführt. Und dies passte alles präzise zum Filmtempo, da Johannes Fankhauser selber den Blick auf die Leinwand frei hatte. Es war ein unvergessliches musikalisches und cineastisches Erlebnis.
Zum Ausklang einer gelungen «Langen Nacht» durfte man sich auf dem katholischen Kirchenplatz noch einen Schlummertunk mit Punsch, Wein und Bier einschenken lassen.
Dank dem Organisationsteam und freiwilligen Helfern und Helferinnen wurde der Anlass möglich und zeigte auf, wozu Kirchenräume Raum bieten. Es freut uns, dass so viele Menschen in unserem Dorf an diesem Abend zusammenfanden.
ksch 26.5.25


